Inkontinenz

fotolia 29872777  Als Blasenschwäche oder Harninkontinenz wird das Unvermögen, die Blasenentleerung willentlich zu kontrollieren, bezeichnet. Viele Menschen reden nicht über ihre Inkontinenz und verdrängen sie. Inkontinenz ist eine Krankheit und kein "Fehlverhalten" und kann in jedem Lebensalter auftreten. Bei älteren Menschen kommt es meist zu einer Streßinkontinenz, d.h. bei bestimmten Anstrengungen kommt es zu ungewolltem Harnabgang. Auslösende Faktoren können Lachen, Bücken, Heben, Husten oder Niesen sein. Frauen sind davon stärker betroffen als Männer. Männer leiden dafür öfter an der Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren.
Bei einer Reizblase besteht der ständige Drang zum Wasserlassen. Sie kann in jedem Lebensalter auftreten. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen kommt Bettnässen vor, also rein nächtliche Inkontinenz.

 

Häufigste Ursachen

Bei Frauen:
Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur durch Schwangerschaft oder Übergewicht
Hormonmangel in den Wechseljahren
Altersbedingte Schließmuskelschwäche

Bei Männern:
Prostatavergrößerung

Bei älteren Menschen:
Schwäche des Blasenschließmuskels
Mangelnde Konzentrationsfähigkeit

Bei Kindern:

  •          Bei der häufigsten Form von kindlichem Bettnässen, der sog. primäre Enuresis nocturna (Kinder werden nachts "nicht trocken") handelt es sich um eine Reifungsverzögerung des Zentralnervensystems. Psychische Probleme sind hier nicht die Ursache, allerdings häufig die Folge. Andere Formen des Bettnässens sind häufig psychisch bedingt.

Allgemein:
Blasenentzündung
Rückenmarks- oder Nervenerkrankungen
Tumore
Diabetes, Multiple Sklerose
Folge von Operationen, Unfällen
Angeborene Fehlbildungen

 

Was Sie tun können

Allgemein:
Blase regelmäßig entleeren, am besten zu bestimmten Zeiten, um einem unwillkürlichen Harndrang zuvorzukommen und um die Blase zu trainieren.

Frauen:

  • Übergewicht reduzieren. 
  • Training des Beckenbodens durch Anspannen und Festhalten des Beckenbodenmuskels, mindestens 20 mal am Tag. 
  • Training des Schließmuskels durch willentliche Unterbrechung des Harnstrahls beim Wasserlassen.  
  • Tragen von Slipeinlagen oder Windelhöschen (Apotheke) sowie spezielle bei Inkontinenz geeignete Unterwäsche.

Männer:

  • Frühzeitige Beachtung und Behandlung von Prostataleiden.
  • Tragen von Slipeinlagen (Apotheke) oder Urinalkondomen mit Auffangbeutel

Kinder:

  • Psychische Ursachen herausfinden. Das Selbstwertgefühl des Kindes stärken. Für eine entspannte häusliche Atmosphäre sorgen.
  • Bettnässen nie bestrafen.
  • Vor dem Schlafengehen und evtl. einmal während der Nacht mit dem Kind zur Toilette gehen.
  • Hilfsmittel einsetzen, z.B. Klingelhose, die das Kind weckt, wenn es ins Bett gemacht hat.

Wann Sie zum Arzt müssen

Wenn die Beschwerden mehrmals aufgetreten sind und Sie die Ursache nicht kennen.
Wenn jüngere Menschen plötzlich von diesem Problem betroffen sind.
Bei Kindern, die über 5 Jahre alt und noch nicht trocken sind.

 

Was Ihr Arzt tun kann

  • Feststellung der Ursache und evtl. entsprechende Therapie.
  • Bei Frauen in den Wechseljahren können auch Hormone helfen.
  • Einsatz von Arzneimittel, welche die Blasenfunktion steuern.
  • In manchen Fällen hilft eine Operation (z.B. bei Gebärmuttersenkung oder Prostatavergrößerung).

Bei Bettnässen: Wenn organische Ursachen ausgeschlossen wurden, wird der Arzt Sie über ein Blasentraining und verhaltenstherapeutische Maßnahmen beraten. Wenn dies nicht zum Erfolg führt, kann eine Psychotherapie Eltern und / oder Kind helfen.

Vorbeugung

  • Besonders nach einer Schwangerschaft sollte der Beckenboden trainiert werden.
  • Starkes Übergewicht vermeiden.
  • Ausreichend trinken
  • Toiletten Training