Spagyrik

Fotolia 25314517 XS der Begriff "Spagyrik" entstammt wahrscheinlich den zwei griechischen Worten "spao" (trennen) und "ageiro" (vereinigen, zusammenführen). Bei der Herstellung von spagyrischen Essenzen werden die Wirkstoffe aus den verwendeten Pflanzen zuerst mit einem aufwendigen Verfahren getrennt, bearbeitet und zum Schluss wieder zusammengeführt. Es sind verschiedene Richtungen der Spagyrik bekannt. 

Philosophie / Entstehungsgeschichte

Die spagyrische Art der Heilmittelherstellung hat ihre Wurzeln in vorchristlichen Zeiten. Im Mittelalter wurden die Begriffe Alchemie und Spagyrik noch gleichgesetzt. Der bekannte Arzt Paracelsus (1493 - 1541) bezeichnete als einer der ersten die Spagyrik als angewandte Form der Alchemie zur Herstellung von Arzneimitteln. Basierend auf den Schriften von Paracelsus hat der Arzt und Chemiker Johann Rudolf Glauber (der Erfinder des Glaubersalzes) im 17. Jahrhundert das spagyrische Aufbereitungsverfahren entwickelt. 200 Jahre später arbeitete Carl Friedrich Zimpel das "spagyrische Heilsystem" aus, auf dem große Teile der heutigen Spagyrik beruhen. Die Spagyrik enthält Anteile aus der Homöopathie der Phytotherapie, der Aromatherapie sowie der Behandlung mit Mineralstoffen Biochemie nach Dr. Schüssler.
Die Arzneiwirkung im Sinne der Spagyrik ist als materiell nicht "fassbare" Kraft zu verstehen. Diese Kraft vermittelt die in den Ausgangsstoffen enthaltenen geistigen Kräfte der Pflanzen in möglichst konzentrierter, gereinigter und veredelter Form.

Wie werden spagyrische Essenzen hergestellt?

Dabei werden in der D-Reihe ein Teil Vorpotenz (zum Beispiel D1) mit neun Teilen Verdünnungsmittel gemischt und anschließend mindestens zehnmal kräftig geschüttelt (Flüssigkeiten) oder eine Stunde lang im Mörser verrieben (Pulver). So entsteht eine D2, die man erneut zehnfach verdünnt und potenziert, um die D3 herzustellen. In der C-Reihe werden ein Teil Vorpotenz (zum Beispiel C1) mit neunundneunzig Teilen Verdünnungsmittel vermischt und anschließend potenziert.
Die dritte Potenzierungsreihe, die LM- oder auch Q-Potenz genannt wird, entwickelte Hahnemann in seinen letzten Lebensjahren. LM-Potenzen stellt man nach einem speziellen, sehr aufwendigen Verfahren her. Jeder Verdünnungsschritt entspricht einem Verhältnis zwischen Ausgangssubstanz und Verdünnungsmittel von 1:50'000.
Je höher die Zahl hinter dem D, C oder LM, desto stärker und länger anhaltend ist die Wirkung des homöopathischen Medikaments. Potenzen über D30 oder C30 werden als Hochpotenzen bezeichnet. Diese werden von den Homöopathen vor allem zur Behandlung von chronischen Leiden eingesetzt.

Wie können spagyrische Essenzen eingesetzt werden?  

Spagyrische Essenzen werden zur Behandlung von vielen akuten und chronischen Beschwerden empfohlen. Im Idealfall werden die Substanzen vom Experten für jede Person individuell ausgewählt und gemischt, oft nach einer eingehenden Befragung zum Befinden. Maßgebend für die Auswahl der Essenzen ist die "Konstitution" des Patienten und das sogenannte "Mittelbild", das die zu behandelnden Beschwerden genau beschreibt. Ein Beispiel:

Pflanze:
Arctium lappa (Klette)
Konstitution:
Skrofulös-rheumatisch
Mittelbild:
Hautleiden; alte faulige, fressende Geschwüre; schlecht heilende Wunden; Flechten; offene Beine; wirksam bei Gicht und Rheuma; harn- und schweißtreibend.

Nebenwirkungen / Vorsichtsmaßnahmen

Spagyrische Essenzen sind bei richtigem Gebrauch unschädlich. Der Alkoholgehalt ist sehr niedrig und fällt kaum ins Gewicht. Spagyrische Essenzen werden auch für Kinder und Tiere empfohlen.